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Praktikum in Arvika – Nils Lienhop

Erfahrungsbericht von Nils Lienhop zum Praktikum in Arvika/Schweden

Anreise:

Am 26.04.2015 haben wir uns um 6 Uhr am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe getroffen und sind von da aus mit der RegioTram nach Frankfurt gefahren. Mit genügend zeitlichen Puffer, den wir wegen besonderer Umstände auch gebraucht haben, sind wir dann am Flughafen Frankfurt angekommen. Um 12:40 sind wir mit der Lufthansa in zwei Stunden nach Oslo/Norwegen geflogen. Von dort aus sind wir mit einem Taxi dann nochmals zwei Stunden nach Arvika gefahren. Dort um 18 Uhr angekommen, wurden wir freundlich von Schulleitung und Lehrern begrüßt. Anschließend haben in einem Coop Supermarkt eingekauft, der montags bis sonntags von acht bis 22 Uhr geöffnet hat. Nachdem wir dann noch in der Pizzeria waren und die Zimmerbelegung feststand sind wir alle müde in die Betten gefallen.

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Unterbringung:

Untergebracht waren wir in einem Sportlerheim des ortsansässigen Fußballclubs. Dort waren wir meist zu dritt in einem Zimmer. Wir hatten einen Gemeinschaftsraum (Flur) und eine Küche, denn wir mussten uns selbst verpflegen. Vor der Unterkunft hatten wir fünf Fußballplätze mit teils Kunstrasen, auf denen wir jeden Abend schön kicken konnten. Außerdem hatten wir zwei Fahrräder mit denen wir zu der Arbeit fahren konnten. Der komfortablere Weg war allerdings mit dem Auto. Wir hatten zwei VW-Bulli, wie auf dem oberen Bild zu sehen ist.

Erste Woche – Schule:

Um 8:30 wurden wir in das Lehrerzimmer eingeladen um dort bei Kaffee und Sandwiches begrüßt zu werden. Die Schulleitung hat sich vorgestellt und wir wurden unseren dortigen Lehrern vorgestellt. Nachdem wir uns ein bisschen kennengelernt hatten, sind wir in die unterschiedlichen Bereiche gegangen. Per war unser Elektrotechnik Lehrer, er erklärte uns, dass das erste und zweite Lehrjahr zurzeit in der Schule sind und das dritte Lehrjahr zurzeit Praktika in verschiedenen Betrieben macht. Des Weiteren haben wir das Unterschiedliche Bildungssystem von Schweden gegenüber dem deutschen kennengelernt. Wir haben Vor- und Nachteile erörtert und dadurch Unseres schätzen gelernt. Der Plan für die erste Woche wurde ausgearbeitet und wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir das Schaltungs-Layout-Programm „Eagle“ vorstellen und mit den Schülern verschiedene Arduino-Projekte aufbauen. Also sind wir in die Klasse gegangen und haben uns vorgestellt, danach haben wir begonnen mit Eagle eine Astabile Kippstufe zu designen und die einzelnen Schritte der Klasse zu erklären und den Schülern bei Problemen zu helfen. Dabei sind wir mit den Schülern ins Gespräch gekommen und haben uns über fachliche Themen und privates unterhalten.

Mit einer anderen Klasse haben wir in zweier oder dreier Gruppen verschiedene Arduino-Projekte aufgebaut, die mehr oder weniger funktioniert haben. Mittags durften wir kostenfrei in der Schulkantine essen und trinken, da dies aber leider schon um 11:15 Uhr war, hatten wir meistens noch nicht allzu viel Hunger.

Mittwochmorgen hatten wir uns zum Fußballspielen verabredet um noch besser in Kontakt zu kommen. Dies hat besonders viel Spaß gemacht, vor allem nachdem am Vorabend Borussia Dortmund grandios gegen Bayern München im DFB-Pokal gewonnen hat.

Den letzten Schultag hatten wir schon Donnerstag, weil Freitag der 1.Mai, ein Feiertag war. Wir tauschten noch Kontaktdaten aus und starteten glücklich ins lange Wochenende.

Zweite Woche – Betriebspraktikum:

In der zweiten Woche wurden wir nach unserer Fachrichtung zu zweit in verschiedene Betriebe eingeteilt. Um 7 Uhr ging es los. Wir hatten nur einen Fußmarsch von ca. 15 min zu bewältigen. Ich war bei der Firma „Westmatic“, die Waschanlagen für LKW’s, Busse, Züge und sogar Panzer herstellt. Magnus, der Produktionsleiter nahm uns in Empfang und zeigte uns die Firma. Danach bekamen wir die Aufgabe, eine Ampelanlage zu bauen. Da die Schweden gut Englisch sprechen können, gab es selten Kommunikationsprobleme. Nachdem wir sechs Ampeln fertig gestellt hatten, bekamen wir die Aufgabe den Schaltschrank für eine Wasseraufbereitungsanlage zu verkabeln. Nach kurzer Einweisung in die schwedische Arbeitsweise begannen wir nach Schaltplan zu verdrahten. Dies war kein Problem, da die Schaltpläne ähnlich aussahen wie bei uns in den Betrieben und auch die schwedische Sprache teils zu verstehen war. Am Mittwoch sahen wir dann erstmals eine „Westmatic“ Waschanlage in Aktion. Wir konnten bei der routinemäßigen Wartung dabei sein und halfen dabei Filter zu reinigen. Es war eine interessante Erfahrung, eine Waschanlagensteuerung kennen zu lernen und den Aufbau zu verstehen. Die letzten beiden Tage hatten wir dann die Aufgabe, eine „Wash Control 4000“ Anlage von Grund auf zu bauen. Wir schraubten die Kabelkanäle und die Hutschienen auf die vorgefertigte Grundplatte und setzen die einzelnen Komponenten auf den passenden Platz. Durch interessante Gespräche lernten wir viel über die einzelnen Module kennen, wovon einige auch neu für uns waren. Die Verkabelung schafften wir dann noch pünktlich Freitag zum Feierabend fertig zu stellen. Dann verabschiedeten wir uns, und starteten ins Wochenende.
Die Arbeitszeiten in Schweden waren auch anders als gewohnt. Wir arbeiteten Montag bis Donnerstag von 7 Uhr bis um 16:30 Uhr. Pause hatten wir von 9:00 bis 9:15, von 12:15 bis 13:00 und von 15:00 bis 15:15 Uhr. Freitag arbeiteten wir dann nur von 7:00 bis 13:15 mit Pausen von 9:00 bis 9:15 und von 11:00 bis 11:15 Uhr.

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Freizeit:

In unserer Freizeit haben wir viel Fußball gespielt und waren in der Stadt. Am Sonntag den 03.05. haben wir einen Ausflug mit allen zum Glasgogen Naturreservat gemacht. Eine Gruppe ist Kanufahren gegangen und die andere Gruppe hat eine vierstündige Wanderung gemacht. Bei schönem Wetter haben wir den Tag genossen und das ein oder andere Foto gemacht.

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An unserem vorletzten Tag, Samstag den 09.05 waren wir auf Einladung der Schule beim „Ingestrand’s Canoe and Tourist Center“. Dort konnten wir im Hochseilgarten klettern und mussten die eine oder andere Angst beim Sprung zwischen zwei Bäumen überwinden. Danach haben wir gegrillt und konnten den Tag mit Kanufahren ausklingen lassen. Abends mussten wir dann unsere Taschen packen, damit wir am nächsten Morgen startklar waren.

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Abreise:

Vor der Abreise mussten wir lediglich die Zimmer einmal durchkehren und das restliche Geschirr abspülen, dann waren wir startbereit. Um 8:30 Uhr wurden wir dann wieder vom Taxi abgeholt, denn um 12 Uhr ging unser Flug zurück nach Frankfurt. Dort angekommen, hatten wir zwei Stunden Aufenthalt bevor wir mit dem Zug zurück nach Kassel gefahren sind, wo wir dann erschöpft um 19:30 Uhr mit vielen Eindrücken und Erkenntnissen der schwedischen Kultur und der schwedischen Leute, angekommen sind.

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