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Praktikum in Arvika – Jonas Krause

Schüleraustausch Arvika (Schweden)

So. 26.04.2015

Unser Trip nach Arvika, Schweden startete um 6.21 Uhr am Wilhelmshöher Bahnhof in Kassel. Wir fuhren mit dem Regionalexpress Richtung Frankfurt Hauptbahnhof. Von dort ging es um 8.50 Uhr mit der S-Bahn zum Frankfurter Flughafen. Da unser Flug erst um 12.40 Uhr ging hatten wir noch genug Zeit uns ein wenig umzusehen oder im Duty Free Shop die letzten Sachen für den Flug zu kaufen. Nachdem wir um 14.30 Uhr in Oslo gelandet sind wurden wir mit 2 Taxis nach Arvika gebracht. Um 16.50 Uhr kamen wir schließlich in unserer Unterkunft, dem Vereinsheim des Arvika Fußballclubs („Arvika Fotbolls Vandrarhem“) an. Am Abend haben wir im örtlichen Supermarkt die nötigen Lebensmittel für den nächsten Tag eingekauft und auf einem der beiden Fußballplätze ein wenig gekickt.

Krause1Die Unterkunft mit Fußballplatz
Mo. 27.04.2015

Nachdem am nächsten Morgen der Wecker um 7.00 Uhr klingelte und wir uns nach dem Frühstück für die Schule fertig gemacht hatten wurden wir um 8.00 Uhr am Vereinsheim von 2 Betreuern abgeholt und zur Schule gefahren, wo wir um 8.30 Uhr empfangen wurden. Nach einer kurzen Ansprache durch die Rektorin und ein paar weiteren Lehrern gab es Kaffee, Tee und Sandwiches bevor wir mit dem Rundgang durch das Taserutsgymnasiet und den einzelnen Ausbildungsabteilungen („programms“). Im Gegensatz zu deutschen Schulen sind hier alle Abteilungen in einer Schule zusammengefasst. So sieht man z.B. nahe der Kfz-Werkstatt auch einen Korridor wo kaufmännische oder medizinische Berufe vermittelt werden. Um 10.30 Uhr waren wir schließlich mit unserem Rundgang durch und wurden in die verschiedenen programms eingeteilt. Nach einer kurzen Einführung war um 11.00Uhr erstmal 1 Stunde Mittagspause. Nach dem Mittagessen wurden wir einzeln auf die Azubis aufgeteilt. Zusammen mit dem Azubi Henrik dichteten wir 2 Schläuche im Motorraum seines Ford Fairlane 500 ab, bevor um 15.00 Uhr Schulschluss war.

Krause2Die Werkstatt in der Schule
Di. 28.04.2015

Auch am Dienstag arbeitete ich mit Henrik an seinem Ford Fairlane. Er hatte das Problem, dass die Sicherung für das Abblendlicht durchbrennt, wenn er dieses für ca. 10min an hat. Dieses Problem konnten wir relativ einfach beheben, da wir nur mit der Drahtbürste die Sicherungskontakte säubern mussten. Nach der Frühstückspause um 10.00Uhr bauten wir noch seinen Generator aus, um ihn an einen Generatorprüfer anzuschließen. Diese Prüfung sollte zeigen dass sein Generator noch voll funktionsfähig ist. Das Ergebnis war in Ordnung, so bauten wir den Generator wieder ein. Nach der Mittagspause gab es eine kurze Besprechung zur Neueinteilung der Teams. Zusammen mit Markus arbeitete ich an einem Volvo S90, bei dem die ABS- und die Motorkontrolllampe leuchteten. Anhand des Fehlerspeichers konnten wir feststellen, dass der ABS-Sensor am Rad vorn links nicht richtig funktionierte. Das wurde bestätigt, als wir das Auto leicht angehoben hatten und alle Räder einmal gedreht hatten, denn der Drehzahlwert änderte sich im Gegensatz zu den anderen 3 nicht. Bis zum Schulschluss um 15.00Uhr bauten wir den ABS-Sensor noch aus, was sich als ein wenig schwieriger als gedacht erwies, da die Schraube, die den Sensor fixiert so verrostet war, dass wir diese nicht in einem Stück herausdrehen konnten und anschließend den Rest herausbohren, und das Gewinde nachschneiden mussten.

Krause3Henriks Ford Fairlane 500
Mi. 29.04.2015

Am Mittwoch beendeten wir zunächst die Arbeit von Dienstag und bauten den neuen ABS-Sensor ein. Anschließend haben wir das Rad wieder drauf geschraubt, die Diagnose wieder angeschlossen und den Fehlerspeicher erneut ausgelesen, um auf die Werte aller Sensoren zuzugreifen. Die Werte änderten sich wie sie es sollten als wir die Räder drehten, so konnten wir die Arbeit abschließen. Nach der Frühstückspause machten wir zusammen mit dem Lehrer Leif einen Rundgang durch die drei Betriebe, die wir Kfz-Mechatroniker in der nächsten Woche besuchen sollten. Die erste Werkstatt war direkt gegenüber der Schule, „Volvo Helmia“. Danach ging es weiter zu einer Boschwerkstatt und zum Schluss zu meinem Betrieb „BilTjänst“ wo Fahrzeuge von Mercedes-Benz, Citröen und Peugeot repariert werden. Im Anschluss an unseren Rundgang haben wir in der Schule an einem alten Opel Astra das Hitzeschutzblech am Krümmer getauscht. Dieses hatte sich durch Rost gelöst und im Motorraum Geräusche verursacht.

krause4Nicht nur eigene Fahrzeuge, sondern auch Kundenfahrzeuge werden repariert
Do. 30.04.2015

Am Donnerstag haben wir einen Service an einem Golf VI durchgeführt. Auf dem Wartungsblatt standen unter anderem Öl- und Filterwechsel, Flüssigkeitsstände wie Brems- oder Kühlflüssigkeit prüfen und sämtliche Lampen der Beleuchtung prüfen. Da der 1. Mai ebenfalls ein Feiertag in Schweden ist, waren die Schüler nach der Mittagspause damit beauftragt, die Halle zu reinigen. Zusammen mit den anderen aus Deutschland sind wir dann zu einer Werksführung bei Volvo aufgebrochen. Dort werden die verschiedenen Radlader gebaut.

Krause5Kevin, Ich und die Schülerin Ida

 

Fr. 01.05.2015

Da der Freitag ebenfalls ein Feiertag war, war erstmal ausschlafen angesagt. Am Vormittag haben wir ein wenig auf dem nahegelegenen Fußballfeld gekickt. Am Nachmittag bin ich zusammen mit ein paar anderen in die nächstgelegene größere Stadt Karlstad aufgebrochen. Da wir erst gegen 17 Uhr in der 80km entfernten Stadt ankamen hatten die vielen Geschäfte schon geschlossen, sodass wir nur ein wenig durch die Innenstadt gelaufen sind und nicht, wie wir wollten, zum Shoppen kamen. Der einzige Laden der noch bis 18 Uhr offen hatte war ein Süßigkeitenladen, alle anderen sind ab 16 Uhr zu gewesen. Am Abend haben wir uns schließlich ein paar Filme angeschaut.

Krause6Rathaus von Karlstad
Sa. 02.05.2015/So. 03.05.2015

Das Wochenende bestand aus Freizeitaktivitäten. Sonntag hatten wir die Möglichkeit im Klaskogen Nationalpark auf eine Wanderung zu gehen oder auf dem See eine Kanutour zu machen.

Krause7Die Wanderung durch den Nationalpark…

 

Krause8…und am See entlang
Mo. 04.05.2015

Der erste Tag bei BilTjänst, Mercedes begann um 7.00Uhr damit, dass ich ein wenig im Betrieb rumgeführt wurde. Zusammen mit dem Gesellen Martinführte ich an einer Mercedes-Benz C-Klasse einen großen Service durch. Neben dem Motoröl und Filterwechsel waren noch weitere Arbeitspositionen wie Staubfilter erneuern, Bremsflüssigkeitswechsel, das Auto auf Undichtigkeiten prüfen oder die Scheinwerfer einstellen. Da das Auto einige technische Mängel aufwies tauschten wir an der Vorderachse beide Querlenker und beide Federn. Anschließend haben wir noch eine Fahrzeugvermessung durchgeführt, bevor es zu einer kurzen Probefahrt ging. Nach dem Mittagessen um 13.30Uhr holten wir uns das nächste Fahrzeug, einen Mercedes-Benz Sprinter. Die Kundenbeanstandung deutete darauf hin, dass die Feststellbremse nicht ordnungsgemäß funktionierte. Auf dem Bremsenprüfstand ergab sich, dass die Werte zwischen links und rechts um 92% unterschieden. Laut Gesetzgeber darf sich der Wert um maximal 50% unterscheiden. Wir demontierten die Räder, die Bremssättel und die Bremsscheiben um uns die Beläge der Feststellbremse anzuschauen. Da die Spannvorrichtung festgerostet war nutzten sich die Beläge unterschiedlich ab. Da der Sprinter erst etwas älter als ein Jahr war konnten wir die Beläge auf Garantie tauschen. Nach der anschließenden Probefahrt war schließlich Feierabend.

Krause9BilTjänst Werkstatt
Di. 05.05.2015

Am nächsten Tag arbeitete ich mit dem Gesellen Niklas zunächst an einem Mercedes-Benz Vito. Auf dem Auftrag war ein großer Service mit Motoröl und Filterwechsel, Automatikgetriebeöl und Filterwechsel, die Bremsflüssigkeit und den Luftfilter erneuern, aber auch nach dem Scheibenwischermotor für die Heckscheibe gucken vermerkt. Der Wischerarm hing schief an der Heckklappe herunter, was einige Kratzer und Dellen hinterlassen hat. Nachdem ich die innere Verkleidung der Heckklappe gelöst, und abgenommen hatte, konnte ich gut auf den Wischermotor blicken, der eigentlich von 3 Haltern im inneren der Heckklappe gut gesichert ist. Allerdings waren alle abgebrochen und der Wischermotor konnte sich relativ frei bewegen. Da der Wischermotor grade nicht auf Lager war konnten wir die Ursache nur soweit dokumentieren und alles wieder zusammenbauen. Zum Mittagessen war der Auftrag dann vollständig abgearbeitet. Da an diesem Tag nicht allzu viele Aufträge angenommen wurden, die diesen Tag noch fertiggestellt werden mussten, konnte ich nach dem Mittagessen um 13.30Uhr dem Gesellen Martin beim Anbringen von Wandhalterungen für Spezialwerkzeuge aller Mercedes-Benz Fahrzeuge helfen.

Krause10Mercedes-Benz E-Klasse (W211) auf der Vermessbühne
Mi. 06.05.2015

Am Mittwoch arbeitete ich zunächst mit Niklas an einem Sprinter bei dem die Motorkontrolleuchte leuchtete. Mit dem auslesen des Fehlerspeichers stellte sich heraus, dass das Abgasrückführventil (AGR-Ventil) nicht richtig öffnet und schließt. Nachdem wir die Kühlflüssigkeit abgelassen hatten bauten wir das AGR-Ventil aus. Anschließend arbeitete ich mit Yohann an einer C-Klasse. Im Kabelstrang der Motorelektronik war ein Kurzschluss Wir bauten den kompletten Kabelstrang im Motorraum aus. Zum Schluss wechselten wir noch die Räder einer anderen C-Klasse.

Krause11Hier werden auch Citröen und Peugeot repariert
Do. 07.05.2015

Am Donnerstag arbeitete ich zunächst mit Niklas an einer E-Klasse. Wir führten eine große Wartung durch. Öl- und Filterwechsel, Kraftstofffilterwechsel, Luftfilterwechsel, Flüssigkeitsstände prüfen und als Zusatzarbeit die Bremsbeläge der Vorderachse wechseln. Anschließend haben wir an einem Mercedes-Benz Vaneo gearbeitet. Der Kunde aus Deutschland hatte beanstandet dass er während der Fahrt das Gaspedal durchgetreten hat, dieses aber nicht angenommen wurde. Der Kurztest ergab zwar einen gespeicherten Fehler aber nichts Aktuelles. Die Probefahrt ergab ebenfalls nichts. Wir löschten den Fehlerspeicher und beendeten die Arbeiten. Dann arbeitete ich noch mit Jan an einer S-Klasse mit Luftfederung (Airmatic). Die Airmatic zeigte einen Fehler im Kombiinstrument an. Wir prüften die Luftschläuche auf Druckverlust. Es ergab sich, dass einer der Schläuche undicht war.

Krause12Mercedes-Benz E-Klasse (W212) auf der Hebebühne von Niklas
Fr. 08.05.2015

Am letzten Tag arbeitete ich zunächst mit Martin. An einer C-Klasse waren rund um die ersten beiden Injektoren des 4-Zylinders starke Verkokungen aufgetreten. Wir schraubten die beiden Injektoren raus, säuberten den Motorraum in diesem Bereich und bauten die Injektoren wieder ein. Danach führten wir noch einen großen Service mit Öl- und Filterwechsel und Luftfilterwechsel durch, bevor ab 15 Uhr die Werkstatt gereinigt wird damit am nächsten Montag an einem sauberen Arbeitsplatz gearbeitet werden kann.

Sa. 09.05.2015

Samstag war eine Outdoor-Aktivität geplant. Wir trafen uns um 11.30 Uhr am See. Zunächst begannen wir mit der Bewältigung eines kurzen Kletterparkours. Nach einer kurzen Einweisung ging es hoch in die Baumwipfel. Als wir alle eine Runde gedreht hatten begaben wir uns zu einem riesigen Tippi. Auf den gedeckten Tischen fehlte lediglich das Fleisch. Dieses mussten wir uns selber grillen. Nach dem Essen stand ein Wettkampf mit mehreren Spielen auf dem Plan. Unter anderem mussten wir mit dem Blasrohr auf eine Zielscheibe schießen, Hufeisen und Schaumstoffmatten werfen und ein Puzzle lösen. Danach konnte wer will noch eine Runde mit dem Kanu auf dem See drehen. Am Abend wurde nur noch für die Abreise gepackt.

So. 10.05.2015

Am Abreisetag wurden wir um 8.30 Uhr mit dem Taxi zum Flughafen von Oslo gefahren. Unser Flieger ging um 13.00 Uhr. Wir landeten um 14.45 am Frankfurter Flughafen und nachdem wir unser Gepäck abgeholt hatten fuhren wir um 15.20 Uhr mit der S-Bahn zum Frankfurter Hauptbahnhof. Da wir den Regionalexpress nur knapp verpasst hatten mussten wir auf den nächsten warten. Dieser fuhr pünktlich um 17.22 Uhr los und wir kamen gegen 19.30 Uhr in Kassel an.

Krause 13Auch aus dem Flieger lassen sich gute Bilder machen